Designermöbel als Wertanlage
Darum kann sich die Investition lohnen!
Designermöbel und ihr Gebrauchtmarkt
Designermöbel werden durch die Zeitlosigkeit des Designs, die Materialqualität und die Verarbeitung geprägt. Bei Möbeln von namhaften Designern altern die Artikel oft ansehnlich; leichte Gebrauchsspuren verleihen manchen Möbeln sogar mehr Charakter. Skandinavische Klassiker und italienisches Design sind gleichbleibend gefragt. Für bekannte Entwürfe existiert ein aktiver Gebrauchtmarkt, auf dem Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen. Manch neues Möbelstück bekannter zeitgenössischer Designer wie Konstantin Grcic oder Ronan & Erwan Bouroullec hat das Potenzial, der Designklassiker von morgen zu werden. Wie sich einzelne Modelle entwickeln, lässt sich im Voraus nicht sagen.
Originale, die die Zeit überdauert haben
Zu den Klassikern gehören der Vitra Panton Chair von 1967, die modularen Regal- und Kommodensysteme von USM Haller mit dem patentierten Kugelgelenk, das seit 1969 ununterbrochen in Serie ist, die Vitra Nelson Bench aus Esche von George Nelson aus dem Jahr 1946 sowie Entwürfe der klassischen Moderne wie der Adjustable Table E1027 von Eileen Gray (1927), der Freischwinger S64 (1929/30) und der Wassily Chair (1925) von Marcel Breuer. Unter den Tischen sind der skulpturale Coffee Table von Isamu Noguchi und der Knoll Saarinen Beistelltisch von Eero Saarinen Meilensteine des Designs. Auch zahlreiche Stühle von Charles & Ray Eames wurden zu Design-Ikonen, darunter der Schaukelstuhl Vitra Eames RAR.
Klassiker kaufen und verkaufen
Während unsere Vorfahren mehrheitlich noch einen Beruf und viele sogar nur einen oder wenige Arbeitgeber hatten, zählt heute Flexibilität in der Arbeitswelt. Nach einem Umzug oder privaten Veränderungen passen Möbel manchmal nicht mehr ins Konzept. Insbesondere wenn die neue Wohnung kleiner ist, kann nicht jedes Teil einen neuen Platz finden. Manchmal ändert sich auch der Geschmack oder das Privatleben; kleine Kinder und Designermöbel sind nicht unbedingt kompatibel. Wenn man sich aufs Altenteil zurückzieht oder mit dem Campingbus auf Weltreise geht, hat man häufig keine Verwendung mehr für die Möbel. Die Kinder sind schon eingerichtet oder haben einen anderen Geschmack.
Gesucht und gefunden ist mit namhaftem Design leichter
Umso schöner ist es, wenn man noch einen guten Preis für gebrauchte Möbel und Wohnaccessoires erzielen kann. Für Käufer wie Verkäufer ist es einfacher, ein Stück am Markt zu finden beziehungsweise zu platzieren, wenn es einen Namen hat. Einen namenlosen Esszimmerstuhl zu inserieren oder einen passenden zu finden, ist ungleich schwieriger als beispielsweise einen bekannten wie einen Panton Chair oder einen Stuhl von Thonet.
Schrank, Tisch, Stuhl und der Zeitgeist
Manche Designermöbel, wie der Barcelona Chair von Ludwig Mies van der Rohe oder der Lounge Chair von Charles & Ray Eames, werden bis heute in Teilen in Handarbeit gefertigt. Für Designerstücke gibt es auch nach Jahrzehnten noch Ersatzteile. Einzelne Modelle werden nach Herstellerangabe aus recyceltem Material gefertigt; die jeweiligen Angaben finden Sie beim Produkt. Viele Designermöbel werden in Deutschland in traditionellen Familienunternehmen gefertigt. Welche Möbel gefragt bleiben, verändert sich mit der Zeit: Briefmarkensammlungen, offen zur Schau getragene Pelzmäntel und wuchtige Eichenschränke sind derzeit wenig nachgefragt. Gefragt sind Möbel, die Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlen.
Tipps zum Kauf: Original oder Fälschung?
Von vielen Designermöbeln werden Repliken vertrieben. Diese nachempfundenen Replica-Möbel sind den Originalen nur ähnlich; sie stammen nicht von den lizenzierten Herstellern und tragen entsprechend keine Herstellerkennzeichnung. Um die Echtheit Ihres Möbels zu überprüfen, genügt es meistens, es umzudrehen und nach der Signatur des Designers oder einem Signet des Herstellers zu suchen. Das Unternehmen Thonet hat im Laufe seiner langen Firmengeschichte die Art der Kennzeichnung geändert, sodass sich anhand des Logos die Epoche bestimmen lässt. Nachproduzierte oder limitierte Editionen stammen von lizenzierten Herstellern wie Knoll, Vitra oder Thonet und werden mit Prägungen oder einem Echtheitszertifikat verkauft. Beim Vertrieb von Fälschungen greift der Gesetzgeber durch: Der gewerbliche Verkauf von Fälschungen ist strafbar, der private Besitz solcher Möbel und Accessoires dagegen nicht. Der Zoll kann Plagiate bei der Einfuhr beschlagnahmen.
Autorisierte Retro Möbel gelten als Originale
Manche Retro Möbel werden unverändert hergestellt, andere sind leicht verändert worden. Diese haben den Vorteil, dass sie der Zeit angepasst wurden. Beispielsweise sind die Eames Stühle unauffällig erhöht worden, sodass sie der gestiegenen Durchschnittsgröße gerecht werden. Auch das Material wurde weiterentwickelt: Die Plastic Chairs bestehen nicht mehr aus Fiberglas, sondern aus Polypropylen. Trotzdem gelten sie als Originale, alle Veränderungen sind mit den jeweiligen Designbüros beziehungsweise den Erben abgesprochen. Auch im Bereich Farbe gibt es Anpassungen – nicht jeder schätzt das Knallorange der Pop Art aus den 1970er Jahren. Die Firma Vitra hat die Designerin Hella Jongerius engagiert, die für das Farbmanagement im Unternehmen zuständig ist. Auch andere Firmen haben ihre Farben der Zeit angepasst; Pastelltöne und Modefarben haben die Möbelklassiker verändert, das gilt für Kunststoffe und Bezugsstoffe, mancher Stuhl ist außerdem in farbigem Leder erhältlich.