Montag, 13. Mai 2019

Bauhaus hautnah - Tour der Moderne durch Dessau und Weimar

100 Jahre Bauhaus - ein besonderes Jubiläum, das in diesem Jahr zahlreiche designbegeisterte Besucher nach Weimar und Dessau lockt. Die Städte, in denen das Staatliche Bauhaus von 1919 bis 1932 ansässig war und Architekten und Designer wie Marcel Breuer, Mart Stam oder Ludwig Mies van der Rohe groß werden ließ. Die pro office Häuser Lemgo und Bielefeld haben vergangene Woche Architekten und Innenarchitekten zur Tour der Moderne eingeladen und das Thema Bauhaus intensiv erlebt.

Als erstes Ziel stand Dessau mit einer Führung durch das Bauhausgebäude auf dem Programm. Seit jeher bietet die Stadt Freiräume für neues Denken und ist dadurch schon früh zu einem Pilgerort für Querdenker und Ideenentwickler geworden. Der Bauhausgründer und spätere Direktor Walter Gropius entwarf das Gebäude in seinen Privaträumen und siedelte 1926 mit der Avantgardeschule von Weimar nach Dessau über. Von hieraus nahm die neuzeitliche Gestaltung und die Idee der modernen Architektur und Gestaltung ihren Lauf. Seit 1996 gehört das Bauhausgebäude zum UNESCO Weltkulturerbe. Heute ist es Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau und des internationalen Bauhaus Kollegs und somit ein lebendiger Ort der Gestaltung, Forschung und Lehre.

Im Anschluss an die Besichtigung des Bauhausgebäudes ging es zu Fuß weiter zu den "Meisterhäusern" - einer Siedlung mit drei Doppelhäusern für die Meister des Bauhauses sowie einem Einzelhaus für dessen Direktor. Sie entstanden zeitgleich mit dem Bauhaus, ebenfalls nach den Entwürfen Gropius' und verkörpern den klassischen Bauhaus-Stil: Kubische Architektur, ökonomische Raumstruktur, vertikale und horizontale Fensterbänder, die Fassade weiß, während innen nach Belieben der Meister mit Farbe experimentiert wurde. Unter anderem fanden Feininger, Kandinsky, Klee und Schlemmer hier zeitweise ihr Zuhause. Im Krieg zum Teil zerstört, sind die Meisterhäuser heutzutage wieder vollständig aufgebaut und Bauhaus-Interessierten für einen Besuch zugänglich.

Nach dem gelungenen Auftakt in Dessau ging es für die rund 25 Teilnehmer am Nachmittag des ersten Reisetages weiter nach Münchenbernsdorf. Hier steht die Produktionsstätte des Herstellerpartners Carpet Concept. Gespannt auf die Werksführung am nächsten Tag wartete am Abend aber zunächst ein kulinarisches Highlight auf die Gäste. Die eingedeckte, lange Tafel in der Webküche und ein Blick auf die Zutaten ließen Gutes verheißen. Doch vorher waren die Talente der Teilnehmer an Pfanne, Herd und Mixer gefragt. Begleitet von einem Profi-Kochteam bereiteten sie das Vier-Gänge-Menü gemeinsam zu und so machte sich jeder an seine Aufgabe und leistete seinen Beitrag zum überragenden Abendessen.

Der nächste Morgen begann ausgeschlafen mit dem angekündigten Einblick in die Produktionsstätte von Carpet Concept. In der hauseigenen Akademie und Ausstellungsfläche bekamen die Teilnehmer einen ersten Einblick in die Welt der Webteppiche und Stoffkollektionen des Herstellers mit Hauptsitz in Bielefeld. Ein kurzer geschichtlicher Exkurs machte die Entwicklung der ehemaligen Thüringer Teppichfabrik in Münchenbernsdorf deutlich. Die lange Tradition in der Herstellung von Textilien gepaart mit dem wachsenden Erfolg des Unternehmens macht den Standort heute zum Zentrum der Produktentwicklung. Rund 55 Mitarbeiter sind in dem sensibel sanierten Backsteinbau in Münchenbernsdorf beschäftigt, die mit großer Leidenschaft und Liebe zum Detail entwerfen, prüfen, korrigieren und konfektionieren.

Den Abschluss der zweitägigen Tour bildete die Überfahrt in die Kulturstadt Weimar. Hier kehrten die Teilnehmer bei einem Stadtrundgang zu den Ursprüngen des Bauhauses zurück. Unter anderem besichtigten sie die Bauhaus-Universität, die 1919 Gründungsort des Bauhauses war und heute durch die Fakultät Architektur genutzt wird. Mittlerweile gehört die Bauhaus-Universität ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe. Bei umfangreichen Sanierungsarbeiten im Jahr 1999 wurde der Originalzustand weitestgehend wiederhergestellt. Unweit entfernt befindet sich das damalige Wohnhaus Goethes sowie die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Diese wurde 2007 nach einem verheerenden Brand mit einem Festakt wiedereröffnet, nachdem Teile des historischen Gebäudes durch Feuer und Wasser stark beschädigt worden sind.

Wir bedanken uns im Namen des gesamten pro office Teams bei allen Herstellerpartnern und Teilnehmern für die gelungene Reise in die Zeit des Bauhauses und freuen uns auf das nächste gemeinsame Event.

Fotos: © pro office

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