Designklassiker fürs Büro: 7 Möbel, die auch in 20 Jahren noch modern sind
Sieben zeitlose Designklassiker fürs Büro – ikonische Möbel, die Funktion, Qualität und Stil dauerhaft verbinden.
Gute Büroeinrichtung muss nicht jedem neuen Trend folgen. Einige Möbel und Leuchten haben bereits Jahrzehnte überdauert und wirken trotzdem so selbstverständlich modern, als wären sie erst gestern entworfen worden.
Was macht einen Designklassiker fürs Büro aus? Zeitlose Büromöbel verbinden eine klare Formensprache mit hoher Funktionalität, hochwertigen Materialien und einer Gestaltung, die unabhängig von kurzfristigen Einrichtungstrends funktioniert. Viele Klassiker lassen sich außerdem reparieren oder an neue Anforderungen anpassen.
Wir stellen sieben Designklassiker vor, die im Büro, Homeoffice, Besprechungsraum oder Empfangsbereich bis heute überzeugen – und gute Chancen haben, auch in 20 Jahren noch modern auszusehen.
Designklassiker fürs Büro im Überblick
| Designklassiker | Designer | Ideal für |
|---|---|---|
| USM Haller | Fritz Haller & Paul Schärer | Stauraum, Sideboards, Regale |
| Eames Aluminium Chair | Charles & Ray Eames | Arbeitsplatz, Konferenzraum |
| Eames Plastic Chair | Charles & Ray Eames | Meeting, Kommunikation, Besucherbereiche |
| Thonet S 64 | Marcel Breuer | Besprechung, Büro, Essbereich |
| Series 7 | Arne Jacobsen | Konferenz, Meeting, Besucherbereiche |
| Barcelona Chair | Ludwig Mies van der Rohe | Empfang, Lounge, Managementbereich |
| Artemide Tolomeo | Michele De Lucchi & Giancarlo Fassina | Schreibtisch, Arbeitsplatz, Homeoffice |
1. USM Haller: Das modulare Möbel, das sich immer wieder neu erfindet
USM Haller ist ein modulares Möbelsystem, das in den 1960er-Jahren aus der Zusammenarbeit von Fritz Haller und Paul Schärer entstand. Charakteristisch sind die verchromten Stahlrohre, Verbindungskugeln und pulverbeschichteten Metallelemente.
Das Besondere an USM Haller ist nicht nur die unverwechselbare Gestaltung, sondern vor allem das modulare Prinzip. Aus demselben System entstehen Sideboards, Regale, Lowboards oder umfangreiche Stauraumlösungen für Büros.
Warum ist USM Haller zeitlos?
Die Gestaltung ist konsequent auf geometrische Grundformen reduziert. Gleichzeitig kann das System verändert, erweitert und an neue Anforderungen angepasst werden. Ein Möbel muss deshalb nicht zwangsläufig ersetzt werden, nur weil sich der Raum oder seine Nutzung verändert.
Besonders geeignet für: Büros, Homeoffices, Empfangsbereiche und alle Räume, in denen flexibel planbarer Stauraum gefragt ist.
2. Eames Aluminium Chair: Eleganz am Arbeitsplatz
Der Eames Aluminium Chair von Charles und Ray Eames gehört zu den bekanntesten Sitzmöbeln des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich Ende der 1950er-Jahre entwickelt, verbindet der Entwurf eine leichte Aluminiumkonstruktion mit einer zwischen den Seitenteilen gespannten Sitzfläche.
Gerade in hochwertigen Büros funktioniert der Aluminium Chair bis heute gut. Seine Konstruktion wirkt technisch und elegant zugleich und unterscheidet sich deutlich von klassischen, voluminösen Bürostühlen.
Warum bleibt der Aluminium Chair modern?
Seine klare Silhouette ist kaum an eine bestimmte Epoche gebunden. Aluminium, reduzierte Linien und die schlanke Konstruktion harmonieren sowohl mit moderner Architektur als auch mit klassischen Büroräumen.
Besonders geeignet für: repräsentative Arbeitsplätze, Managementbüros und Konferenzräume.
3. Eames Plastic Chair: Ein Entwurf mit vielen Möglichkeiten
Auch der Eames Plastic Chair von Charles und Ray Eames zeigt, wie tragfähig eine einfache Gestaltung sein kann. Die charakteristische Sitzschale wurde ursprünglich für den Wettbewerb „International Competition for Low-Cost Furniture Design“ des Museum of Modern Art in New York entwickelt und ging Anfang der 1950er-Jahre in Produktion.
Unterschiedliche Untergestelle und Ausführungen machen das Konzept bis heute vielseitig einsetzbar. Im Büro eignet sich der Eames Plastic Chair insbesondere dort, wo gearbeitet, kommuniziert oder kurzzeitig zusammengesessen wird.
Warum ist der Eames Plastic Chair ein Designklassiker?
Die organisch geformte Sitzschale ist sofort wiedererkennbar und gleichzeitig angenehm zurückhaltend. Der Stuhl funktioniert dadurch in sehr unterschiedlichen Einrichtungskonzepten.
Besonders geeignet für: Besprechungsräume, Besucherbereiche, kreative Arbeitsbereiche und Kommunikationszonen.
4. Thonet S 64: Bauhaus-Ästhetik trifft Wiener Geflecht
Beim Freischwinger S 64 von Marcel Breuer treffen zwei Designwelten aufeinander: das für die Moderne charakteristische Stahlrohr und das traditionelle Wiener Geflecht. Der Entwurf stammt aus den Jahren 1929/30 und wird heute von Thonet gefertigt.
Gerade dieser Kontrast macht den S 64 interessant. Das Stahlrohr wirkt technisch und leicht, während Holz und Geflecht dem Stuhl Wärme verleihen.
Warum funktioniert der S 64 auch im modernen Büro?
Der S 64 ist weder ausschließlich klassisch noch ausschließlich modern. Dadurch lässt er sich gut mit zeitgenössischen Tischen, reduzierter Architektur sowie Holz- und Textiloberflächen kombinieren.
Besonders geeignet für: Besprechungsräume, Besucherplätze, hochwertige Büros und wohnlich gestaltete Arbeitsbereiche.
5. Fritz Hansen Series 7: Reduktion auf das Wesentliche
Die Series 7 von Arne Jacobsen wurde 1955 entworfen und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Stuhlentwürfe von Fritz Hansen. Charakteristisch ist die schlanke, aus Formsperrholz gefertigte Sitzschale.
Im Büro überzeugt der Stuhl vor allem dort, wo eine leichte und zurückhaltende Bestuhlung gefragt ist. Mehrere Stühle lassen sich an einem Konferenztisch platzieren, ohne den Raum optisch zu überladen.
Warum ist die Series 7 zeitlos?
Die Form ist auf wenige wesentliche Linien reduziert. Statt durch Dekoration entsteht der Wiedererkennungswert durch Proportion und Silhouette. Genau diese Reduktion macht den Entwurf unabhängig von kurzlebigen Trends.
Besonders geeignet für: Konferenzräume, Besprechungsbereiche, Besucherplätze und kommunikative Büroflächen.
6. Barcelona Chair: Ein Klassiker für Empfang und Lounge
Der Barcelona Chair von Ludwig Mies van der Rohe wurde gemeinsam mit Lilly Reich für den Deutschen Pavillon der Weltausstellung 1929 in Barcelona entworfen. Heute wird der Klassiker von Knoll gefertigt.
Mit seinem markanten Metallgestell und den gepolsterten Lederkissen besitzt der Sessel eine deutlich repräsentativere Wirkung als die anderen Möbel unserer Auswahl. Im klassischen Büroarbeitsplatz steht er deshalb selten – dafür eignet er sich umso besser für Empfangs- und Loungebereiche.
Warum wirkt der Barcelona Chair noch heute modern?
Seine Gestaltung basiert auf klaren Linien und wenigen hochwertigen Materialien. Dadurch wirkt der Sessel präsent, ohne auf dekorative Details angewiesen zu sein.
Besonders geeignet für: Empfangsbereiche, Lounges, Wartezonen und repräsentative Büros.
7. Artemide Tolomeo: Die moderne Schreibtischleuchte
Ein gut eingerichtetes Büro besteht nicht nur aus Stühlen und Stauraum. Auch die Beleuchtung prägt den Arbeitsplatz. Die Tolomeo von Michele De Lucchi und Giancarlo Fassina wurde 1987 für Artemide entworfen und entwickelte sich zu einem Klassiker moderner Lichtgestaltung.
Ihre beweglichen Arme und der verstellbare Leuchtenkopf verbinden eine technische Ästhetik mit praktischer Funktion. Genau deshalb funktioniert die Tolomeo sowohl auf einem klassischen Schreibtisch als auch in einem modernen Homeoffice.
Warum ist die Tolomeo ein Designklassiker?
Bei der Tolomeo ist die Funktion Teil der Gestaltung. Gelenke, Arme und Mechanik werden nicht versteckt, sondern bestimmen bewusst das Erscheinungsbild der Leuchte.
Besonders geeignet für: Schreibtische, Einzelarbeitsplätze, Homeoffices und kreative Arbeitsbereiche.
Was macht ein Möbelstück zum Designklassiker?
Ein hoher Preis oder ein bekannter Designer allein machen noch keinen Designklassiker. Entscheidend ist, ob ein Entwurf über viele Jahre hinweg gestalterisch und funktional relevant bleibt.
Typische Merkmale eines Designklassikers sind:
- eine eigenständige und wiedererkennbare Formensprache
- hohe Funktionalität
- hochwertige Materialien
- eine Gestaltung, die nicht ausschließlich einem kurzfristigen Trend folgt
- langjährige Relevanz in Architektur und Interior Design
- die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Einrichtungsstilen kombinieren zu lassen
Welche Designklassiker eignen sich besonders gut fürs Büro?
Für Stauraum ist USM Haller besonders vielseitig, während der Eames Aluminium Chair einen repräsentativen Arbeitsplatz oder Konferenzraum prägen kann. Der Thonet S 64, die Series 7 und der Eames Plastic Chair eignen sich gut für Besprechungs- und Besucherbereiche. Für eine Lounge bietet sich der Barcelona Chair an, während die Artemide Tolomeo funktionales Licht direkt am Arbeitsplatz liefert.
Entscheidend ist deshalb weniger die Frage nach dem einen besten Designklassiker als nach seiner Aufgabe im Raum.
Warum Designklassiker im Büro sinnvoll sein können
Designklassiker sind nicht nur eine ästhetische Entscheidung. Besonders interessant sind Systeme und Produkte, die sich anpassen, instand halten oder in unterschiedlichen Räumen einsetzen lassen. USM Haller ist dafür ein deutliches Beispiel: Ändern sich die Anforderungen, kann das modulare System neu konfiguriert werden.
Gleichzeitig schaffen bekannte Entwürfe eine visuelle Konstante. Ein Möbelstück, das bereits seit mehreren Jahrzehnten relevant ist, muss nicht bei jedem neuen Interior-Trend ausgetauscht werden.