Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Hotline 05261 9461-70 – Mo. - Fr. 08:00 - 17:00 Uhr

Der Umzug, der alles veränderte – 100 Jahre Bauhaus Dessau

1926 eröffnete das Bauhaus-Gebäude in Dessau. Was dort entstand, wird bis heute gebaut.

Es war kein freiwilliger Aufbruch. Als das Bauhaus im Frühjahr 1925 Weimar verließ, geschah das unter politischem Druck: Die neue thüringische Landesregierung hatte der Schule die Mittel gestrichen. Walter Gropius suchte einen neuen Standort, und Dessau kam ihm entgegen – mit einem Grundstück, einem Versprechen und dem Geld für einen Neubau. Was folgte, war die produktivste Phase in der Geschichte der Schule.

Ein Gebäude als Programm

Gropius entwarf das neue Bauhaus-Gebäude selbst – und machte es zur gebauten Theorie. Großflächige Glasfassaden, freitragende Treppen, ein Brückentrakt, der Werkstatt- und Wohnbereich miteinander verband: Das Gebäude demonstrierte, was im Inneren gelehrt wurde. Am 4. Dezember 1926 wurde es eröffnet. Mehrere tausend Gäste kamen nach Dessau, darunter Architekten, Künstler und Journalisten aus ganz Europa. Die Feierlichkeiten dauerten drei Tage.

Wer das Bauhaus-Gebäude heute besucht, begreift schnell, warum es UNESCO-Weltkulturerbe ist. Es wirkt nicht wie ein historisches Dokument, sondern wie ein Entwurf, der noch nicht abgeschlossen ist. Der Blick durch die Glasfassade in die Werkstätten, das Licht, das sich je nach Tageszeit verschiebt – Gropius hat hier ein Gebäude gebaut, das arbeitet.

Die Werkstätten und ihre Ergebnisse

In Dessau änderte sich das Verhältnis zwischen Handwerk und Industrie grundlegend. Die Bauhaus-Werkstätten wurden zu Entwurfsbüros, die für die Serienfertigung arbeiteten. Nicht das Unikat war das Ziel, sondern das reproduzierbare, erschwingliche, gut gemachte Objekt. Marcel Breuer, damals Leiter der Möbelwerkstatt, formulierte das pragmatisch: Ein Stuhl müsse sich stapeln lassen, leicht sein und billig herzustellen.

Was Breuer in Dessau entwarf, ist heute in jedem Design-Lexikon. Der Wassily Sessel von 1925 – benannt nach seinem Kollegen Wassily Kandinsky, der das Stück so sehr bewunderte, dass Breuer ihm die erste Ausführung schenkte – war der erste Möbelentwurf aus industriell gefertigtem Stahlrohr. Der Freischwinger S 32, entstanden 1928 in enger Auseinandersetzung mit einem Entwurf von Mart Stam, folgte demselben Prinzip: Minimalismus nicht als Stil, sondern als strukturelle Konsequenz.

Warum diese Möbel noch immer gebaut werden

Viele Designklassiker überleben als Museumsstücke. Die Bauhaus-Entwürfe aus Dessau sind eine Ausnahme: Sie werden noch heute in Produktion hergestellt, von denselben Herstellern, die schon in den 1920er Jahren die Lizenzen hielten. Thonet fertigt die Freischwinger S 32 und S 43 in Frankenberg wie damals. Knoll International produziert den Wassily Sessel und die Laccio-Tische. Tecnolumen baut die Wagenfeld-Leuchte WG 24, deren Form Wilhelm Wagenfeld 1924 in Weimar zeichnete und die in Dessau zur Serienreife kam.

Das ist keine Nostalgie. Es ist der Beweis, dass diese Entwürfe von Anfang an richtig dimensioniert waren – für den Menschen, für die Produktion, für die Zeit. Ein Stahlrohrfreischwinger von Thonet federt heute genauso wie 1928. Die Wagenfeld-Leuchte beleuchtet einen Schreibtisch so ruhig wie eh und je.

2026: Ein Jubiläum mit Substanz

2026 jährt sich die Eröffnung des Bauhaus-Gebäudes in Dessau zum hundertsten Mal. Es ist ein Jubiläum, das sich nicht in Jahreszahlen erschöpft. Was in Dessau zwischen 1925 und 1932 entstand, ist nicht Designgeschichte im Sinne von Vergangenheit – es steht in Wohnungen, Büros und Restaurants auf der ganzen Welt. Und es lässt sich kaufen, original, von autorisierten Herstellern.

Im pro office Shop finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Designklassiker aus der Dessau-Ära: Freischwinger von Thonet, den Wassily Sessel von Knoll International und die Wagenfeld-Leuchten von Tecnolumen – als autorisierte Re-Editionen in originaler Qualität.

Zu den Bauhaus-Klassikern im pro office Shop