Mit dem Umzug eines Verwaltungsteams von 13–14 Mitarbeitenden eröffnete sich jedoch auch die Chance, Prozesse neu zu denken und die Flächen effizient zu strukturieren. Der Grundriss wurde umfassend geprüft und dort angepasst, wo veränderte Arbeitsabläufe dies erforderten. Besonders im Fokus stand die vorausschauende Planung: Die neuen Räume sollten nicht nur den aktuellen Bedarf decken, sondern auch zukünftiges Wachstum ermöglichen. Strom- und Datenleitungen wurden daher durchdacht entlang der Wandflächen platziert, um spätere Arbeitsplatzergänzungen problemlos realisierbar zu machen.
Im Erdgeschoss entstand eine funktionale und zugleich einladende Raumsequenz. Zwei Büros für die Personalabteilung sowie ein kleiner, ruhiger Besprechungsraum schaffen konzentrierte Arbeits- und Gesprächszonen. Eine kompakte Teeküche unterstützt kurze Wege und schnelle Abstimmungen im Alltag. Der neu organisierte Konferenzraum bildet einen zentralen kommunikativen Ort und wurde um einen Lounge-Bereich erweitert, der informelle Gespräche fördert. Zudem wurde ein markantes Eckbüro für die Presseabteilung geschaffen – ein Raum, der durch seine Lage sinnbildlich als „Scharnier“ zwischen dem bisherigen Standort und dem neu hinzugewonnenen Gebäude fungiert.
Im Obergeschoss wurden zwei Büros für die Geschäftsführung und ein Assistenzbüro eingerichtet, ergänzt durch die Buchhaltung, die trotz fortschreitender Digitalisierung weiterhin einen erhöhten Stauraumbedarf aufweist. Das künstlerische Betriebsbüro erhielt eine besonders gestaltete, intime Sesselecke, die den vertraulichen und oft sehr persönlichen Gesprächen in diesem Arbeitsbereich gerecht wird.
Obwohl der Umzug genutzt wurde, um Stauraum zu reduzieren und Digitalisierungsprozesse voranzutreiben – was teilweise erfolgreich umgesetzt werden konnte –, lag der gestalterische Fokus klar auf der Schaffung einer Arbeitsumgebung, die Ruhe, Orientierung und Zugehörigkeit vermittelt. Die akustische Beruhigung spielte hierbei eine ebenso wichtige Rolle wie die Entwicklung eines nachhaltigen Lichtkonzepts, das die Räume angenehm und zugleich energieeffizient ausleuchtet.
Besonderen Einfluss auf das gestalterische Gesamtbild hatte die Wandtapete von x-large image, deren Motiv die gesamte Farbwelt prägte. Ergänzt wurde sie durch einen Teppich von Interface, der farblich präzise auf die historische Treppenhausfliese und die gewählte Tapete abgestimmt wurde. Zugleich ermöglichte der Bodenbelag eine kreative Zonierung der unterschiedlichen Funktionsbereiche. Für die Möblierung kamen hochwertige, langlebige Produkte zum Einsatz: Arbeitsplätze und Schrankmöbel von Palmberg, Stühle von Wilkhahn, Konferenzmobiliar von System 180 sowie Sessel von Hay. Die Beleuchtung wurde mit dem System funivia von Artemide realisiert, das eine flexible und zugleich ästhetische Lichtführung ermöglicht.
Trotz erheblicher baulicher, denkmalpflegerischer und brandschutztechnischer Hürden entstand ein Arbeitsumfeld, das die ursprüngliche Kühle des Gebäudes in warme, moderne und identitätsstiftende Räume verwandelt hat. Die Gestaltung fördert effizientes Arbeiten, stärkt das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und trägt damit zu einer langfristigen Bindung bei – ein wichtiger Aspekt in Bereichen, in denen traditionell eine hohe Fluktuation herrscht.
Fotograf: Frank Stefan Kimmel