Von Kongens Nytorv und Bredgade über Nordhavn bis hin zu weiteren Design Districts bot die Stadt zahlreiche inspirierende Stationen. Etablierte Marken präsentierten ihre Neuheiten ebenso wie junge Talente, die mit experimentellen Konzepten und frischen Perspektiven überzeugten. Für unser Team ergab sich daraus ein lebendiger Austausch zwischen Produktinnovation, Raumwirkung und der Frage, wie wir Arbeits- und Lebensräume künftig noch bewusster gestalten können.
Natürliche Farben und sanfte Farbwelten
Ein deutlich erkennbarer Trend war die Rückkehr natürlicher, tiefer Grüntöne. Besonders Salbei, aber auch nuancierte Olivtöne prägten viele Präsentationen und verliehen den Räumen Ruhe, Tiefe und eine angenehme Natürlichkeit.
Gleichzeitig zeigte sich eine Abkehr von lauten, schrillen Statements. Stattdessen dominierten harmonische Farbverläufe und fein abgestimmte Zwischentöne: mittlere Blaunuancen, sanftes Flieder und warme, erdige Abstufungen sorgten für eine ruhige, ausgewogene Atmosphäre. Farbe bleibt also ein wichtiges Gestaltungselement, wird jedoch subtiler, weicher und langlebiger eingesetzt.
Vintage-Flair trifft moderne Eleganz
Auch der Retro-Gedanke war auf der 3daysofdesign 2026 wieder präsent. Vor allem Farbcodes und Formen der 70er-Jahre fanden sich in vielen Entwürfen wieder, insbesondere im Bereich Licht und Leuchten.
Spannend war dabei die moderne Interpretation: Warme Vintage-Anklänge wurden mit Chromdetails, klaren Linien und futuristischen Akzenten kombiniert. So entstanden Entwürfe, die vertraut wirken und zugleich eine zeitgemäße Eleganz ausstrahlen. Dieser Mix aus Nostalgie und Zukunft zeigt, wie vielseitig gutes Design sein kann.
Materialien mit Charakter
Natürliche Materialien spielten auch in diesem Jahr eine zentrale Rolle. Helles Eichenholz, geölte Oberflächen und fühlbare Texturen verliehen vielen Präsentationen Wärme und Authentizität. Die Oberflächen wirkten bewusst zurückhaltend, aber hochwertig – mit einem starken Fokus auf Haptik, Materialehrlichkeit und Beständigkeit.
Gerade für die Gestaltung moderner Arbeitswelten sind diese Eindrücke besonders relevant. Räume sollen nicht nur funktional sein, sondern Orientierung, Ruhe und Wohlbefinden schaffen. Natürliche Materialien leisten dazu einen wichtigen Beitrag.
Langlebigkeit statt schneller Trends
Ein zentrales Leitmotiv der diesjährigen Eindrücke war der Wunsch nach Langlebigkeit. Viele Hersteller zeigten Möbel und Konzepte, die nicht für den schnellen Moment entworfen sind, sondern zu dauerhaften Begleitern werden sollen.
Design wird dadurch weniger als kurzfristiger Trend verstanden, sondern als bewusste Entscheidung: für Qualität, für Reparierbarkeit, für zeitlose Formen und für Produkte, die über viele Jahre hinweg Bestand haben. Möbel werden so zu Lieblingsstücken und Kraftorten – im privaten Zuhause ebenso wie im Büro, in Empfangsbereichen, Lounges oder Kommunikationszonen.
Nachhaltigkeit und Innovation als feste Säulen
Nachhaltigkeit bleibt ein prägendes Thema der skandinavischen Designszene. Besonders sichtbar wurde dies in modularen, flexiblen Möbelsystemen, ökologischen Produktionsweisen und innovativen Materialkonzepten.
Die Kombination aus verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und hoher gestalterischer Qualität zeigt, wohin sich Interior Design entwickelt: hin zu Lösungen, die flexibel nutzbar, langlebig und bewusst gestaltet sind. Für unsere Arbeit bei pro office ist dieser Anspruch ein wichtiger Impuls, denn gute Räume entstehen dort, wo Funktion, Ästhetik und Verantwortung zusammengedacht werden.
Vom Möbel zum Erlebnis
Wie fühlt sich der Raum an? Licht, Klang, Geruch, Haptik und sogar Kulinarik wurden Teil vieler Intellationen.
Besonders aufgefallen ist, das bei bei dem Konzept von Fritz Hansen, in enger Zusammenarbeit mit der japanischen Audiomarke Technics. Hier wurde die Verbindung zwischen Möbeln und den Räumen, in denen sie stehen, betrachtet.
Materialkreisläufe
Materialien bekommen ein zweites oder drittes Leben.
HOUE
Setzen auf zirkuläres Design. Bei den Möbellinie wie ReClips verwendet das Unternehgmen bis zu 97% recycelten Haushaltskunststoff. Die Produkte besitzen austauschbare Komponenten (wie die Kunststofflamellen der Click-Stühle) und robuste, wetterfeste Metallrahmen. Langlebiges Design verhindert, dass Möbel auf dem Müll landen.
Normann Copenhagen
Das Regalsystem Pap besteht aus Paneelen, die aus ausrangierten Lebensmittelkartons, darunter Milchkartons und andere Lebensmittelverpackungen, hergestellt werden, die sonst verbrannt worden wären. Die Kartons werden grob zerkleinert, sodass Fragmente der Originalverpackung sichtbar bleiben, während die Kunststoffschichten eingeschmolzen werden und als natürliche Bindemittel dienen. Im Herstellungsprozess werden keine Chemikalien verwendet. Das Ergebnis ist ein warmes, haptisch ansprechendes und ausdrucksstarkes Material, bei dem keine zwei Paneele jemals identisch sind – jedes weist subtile Farb- und Mustervariationen auf und bewahrt gleichzeitig ein ruhiges und harmonisches Gesamtbild.
Warm Mordenism
Der strenge nordische Minimalismus wird weicher: Kräftige Farben, olivegreen als Leitrabe, Retro, Organische Formen, mehr Muster (z.B. Zebra-Muster)
Aluminium: Die Präsenz von Aluminium ist uns immer wider aufgefallen. Als Wandregal, in Form von Beistelltischen oder Pflanzgefäßen. Nicht als funuristisches Element, sondern als nachhaltiges, ehrliches und sehr vielseitiges Material.
Der Fokus auf „small things“
Statt spektakulkäre Möbel standen Vasen (mit wunderschönen Blumenaragmenets), Lampen, Regale, Kisten, Seifen, Alltagsobjekte im Mittelpunkt. Die Erkenntnis: Gute Gestaltung beginnt oft bei den kleinsten Dingen.
Eine inspirierende Reise für Planung und Vertrieb
Die 3daysofdesign 2026 hat unserem Team viele neue Eindrücke und wertvolle Inspirationen mitgegeben. Natürliche Farbwelten, warme Materialien, modulare Systeme, Retro-Einflüsse und der starke Fokus auf Nachhaltigkeit zeigen, dass gutes Design heute mehr leisten muss als nur schön auszusehen.
Es geht um Haltung, Atmosphäre und die bewusste Gestaltung von Momenten. Genau das macht die Messe in Kopenhagen so besonders: Sie zeigt Design nicht isoliert, sondern als Teil des täglichen Lebens.
Wir freuen uns darauf, diese Impulse in unsere Beratung, Planung und Projekte einfließen zu lassen – und gemeinsam mit unseren Kunden Räume zu gestalten, die inspirieren, verbinden und langfristig Bestand haben.