Freitag, 18. Januar 2019

imm Cologne 2019 - Bauhaus, Samt und Haptik

Die imm Cologne 2019 ist gestartet. Bis kommenden Sonntag erwarten die Veranstalter rund 150.000 Besucher, um in die Welt des Wohnens und Einrichtens einzutauchen. Innovationstreiber, Trendsetter, Newcomer und Marktführer zeigen, wohin der Trend 2019 geht. Dieser ist kein neuer Trend, es ist vielmehr eine Intensivierung dessen, was wir schon kennen. 

     Das eine oder andere Exponat wird neu bedacht. Es wird experimentiert, man hat eine gewisse Abenteuerlust am Ausprobieren. THONET, die dieses Jahr gleich zwei Jubiläen feiern (200 Jahre THONET und 100 Jahre Bauhaus), ziehen z. Bsp. ihrem S 64 Rollen an. Ungewohntes Bild, aber warum nicht? Einfach einmal eine andere Sichtweise zulassen!‘

     Farben sind weiterhin im Trend, es gibt keine vorherrschende Farbe, außer, dass es Farbe sein muss! Intensive Töne, Pastelltöne und vor allem wieder Farbmuster und Strukturstoffe sind präsent. Die Sitzlandschaften sind einladend, teils ausladend, teils minimalistisch und passend für ihre Umgebung und das Platzangebot gestaltet. Ob kleine Wohnung oder Landsitz, hier ist für jeden etwas dabei. Die Stoffe sind von plüschig und üppig bis zum klassischen Leder in jeglicher Ausführung vertreten. Weiterhin ist Samt ein immer mehr verwendetes Material. Dachte man am Anfang, dass nur die zur Üppigkeit neigenden italienischen Hersteller auf dieses weiche haptische Material setzen, so hat sich der luxuriös anmutende Stoff überall etabliert. Sogar Fatboy beschert hiermit seinem Hasen CO9 ein richtig kuscheliges Samtfell und auch dem Sitzsack steht sein neuer Samtumhang ausgesprochen gut und adelt in gar. 

     Retro ist kein eigener Stil mehr, sondern ein durchgehendes Element sowie die einzelnen Wohnbereiche, die zunehmend ineinanderfließen. Das Mobiliar hat mehrere Funktionen und die Ausziehcouch bekommt Konkurrenz. Der Raum wird zu einer großen Aktionsfläche, die je nach Bedarf umgebaut werden kann. Die Raumknappheit der Großstadt lässt auch die Designer immer neuere Wege finden. 

     „Das Haus – Interiors on stage“ des australischen Designer Paares TRULY, TRULY, das in Rotterdam lebt und arbeitet, gibt Einblick wie sich die jüngere Designgeneration mit dieser Entwicklung beschäftigt. „Das Haus“ ist die Simulation eines Wohnhauses, das jedes Jahr neu an einen Designer / Architekten oder ein Designteam auf 180 qm Projektionsfläche vergeben wird. Es entsteht ein Gesamtkunstwerk auf Zeit, das die persönliche Version des Künstlers Realität werden lässt.  TRULY, TRULY’s Vision ist ein Haus, indem nur die Bereiche der Entspannung und des Rückzuges (Schlafbereich / Ruheoase) klar definiert sind, jedoch nicht durch eine Wand abgetrennt. Die Räume haben einen fließenden Übergang und im Wohn- / Essbereich ist keine genaue Nutzungsrichtung vorgegeben. Das Sofa kann zu allen Seiten „besessen“ werden und die Spüle ist gleichzeitig auch als Bar nutzbar. Die zentrale Einrichtung, mit einigen Stühlen versehen, ist der Tisch, an dem sich das Leben im Haus abspielt. In diesem Haus ist alles an jedem Platz möglich und die Räumlichkeit gewinnt dadurch an Größe.

     In der Welt der Digitalisierung werden zunehmend Bücher zu Ausstellungsstücken, die in Regalen unterschiedlichster Bau- und Materialart geradezu ausgestellt werden. Poltrona Frau bedient sich einer beeindruckenden Bibliothek an der Längsseite seines Standes. Schön illuminiert mit auflockerndem Grün werden hier in einem meterhohen schwarzen Regal alle Stoffe und Muster der aktuellen Kollektion als Bucheinband präsentiert. So geht’s auch!   

Von Jahr zu Jahr bekommt das Thema Nachhaltigkeit mehr Gewichtung in der Möbelwelt. Der natürliche Rohstoff Holz ist ein nicht wegzudenkendes Material, was nicht nur wohnlich warme Nuancen, sondern auch unserer Gesundheit Gutes tut (Bsp. Zirbenholz). Holz wird sowohl in seiner reinsten Form, nur knapp abgeschliffen, als auch aufwendig mit Ornamenten versehen präsentiert. Auch Glas (Tische) und Spiegel sind ein weiterer Materialtrend, der wieder präsenter im Wohnbereich eingesetzt wird.

Wer möchte, kann sich gleich selbst überzeugen: von heute an bis Sonntag sind Publikumstage, auf nach Köln!

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