Montag, 13. November 2017

Ich war noch niemals in New York...

Wer mich als Teenager nach meinen Plänen fürs Leben gefragt hat, hat eine entschlossene Antwort bekommen: "Ich gehe nach dem Abi nach New York!". Eine riesengroße Leinwand von Manhatten bei Nacht hat mich immer an diesen Traum erinnert und mich viele Jahre lang begleitet. Doch erwachsen werden heißt manchmal auch in Bielefeld zu studieren und sich langsam an die große weite Welt heranzutasten. Dieses Jahr im September war es endlich soweit. Gemeinsam mit einem guten Freund und dem kleinen gelben Panton habe ich mich auf die Reise nach New York gemacht.

Nach einem achtstündigen Flug sind wir am JFK-Airport gelandet. Völlig überdreht und aufgekratzt haben wir uns in ein überteuertes Uber Taxi gesetzt und hatten nur ein Ziel: endlich die Skyline von Manhatten sehen! Nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt bauten sich vor unseren Augen die ersten Wolkenkratzer auf. Ein unbeschreiblicher Moment - jetzt konnte das Abenteuer losgehen!

Unser Hotel in Long Island City war ein absoluter Glücksgriff und bot mit einem Blick auf Manhatten alles, was man sich als Toursit nur wünschen konnte. Noch am selben Tag haben wir mit unserer Entdeckungstour begonnen. Dank der Zeitverschiebung war an Schlaf sowieso noch nicht zu denken...

Tag 1 begann mit Pancakes, Aahornsirup und einem Triple, Venti, Half Sweet, Non-Fat, Caramel Macchiato (oder so ähnlich...) Damit hatten wir bereits morgens unsere empfohlene Tagesration an Kalorien um zwei Tage überschritten. Es ging daher zu Fuß und mit Stadtplan bewaffnet los in Richtung Museum of Natural History. Direkt am Central Park gelegen, informiert es auf fünf Stockwerken in eindrucksvoller Weise über die Geschichte der Menschheit. Besonders beeindruckend waren die Dinosaurierknochen und das Skelett eines T-Rex in Originalgröße. Was im Hollywood Film "Nachts im Museum" sogar zum Leben erweckt, hat sich bei unserem Besuch zum Glück keinen Zentimeter bewegt. Den restlichen Tag verbrachten wir bei herrlichem Wetter im Central Park, umzingelt von neugierigen Eichhörnchen, und schmiedeten Pläne für die kommende Woche.

Die teuren Designerläden auf der Fifth Avenue, die unbezahlbaren Luxusapartments an der Upper West Side, die berühmte Statue of Liberty, Ellis Island, Time Square, Wallstreet, Cony Island, Macy's, Little Italy, China Town... Nichts haben wir auf unserer Entdeckungstour durch den Großstadtdschungel ausgelassen. Stattdessen waren wir sogar mit dem Kanu auf dem Hudson River unterwegs, haben zu Fuß die High Line überquert, haben über den Dächern New Yorks gefeiert und waren schon nach Tag drei wahre U-Bahn Profis. Alles Erlebnisse, die wir wohl unser Leben lang nicht mehr vergessen werden. Doch ein Tag ist mir besonders in Erinnerung geblieben: der 11. September. Zu sehen, wie sich Menschen aus der ganzen Welt am Ground Zero versammeln und sich weinend in den Armen liegend der schrecklichen Ereignisse erinnern, ist selbst für Außenstehende mehr als ergreifend. Ein Moment, in dem die Stadt, die niemals schläft, zumindest für kurze Zeit stillzustehen scheint. 

Gegen Ende unserer Reise haben wir uns dann noch hoch hinaus auf das Empire State Building gewagt. Dort, wo man im Minutentakt rührende Heiratsanträge erlebt, kein Erinnerungsfoto ohne eine vom Wind zerzauste Mähne hinbekommt, aber eine atemberaubende Aussicht über eine der schönsten und faszinierendsten Städte dieser Welt hat. New York - ich komme wieder! Und das ist keine Drohung, sondern die Vorfreude auf die nächste spannende Reise in den Big Apple!

Bis bald, Lisa