Montag, 10. Februar 2014

50 Jahre CONSETA - Ein "Chamäleon" auf Zeitreise

Heute einer der Sofaklassiker weltweit, erblickte 1964 ein genialer Möbelentwurf das Licht der Fachwelt: Das Sofamodell CONSETA wurde zum Symbol für den Pioniergeist des Herstellers Cor und die Weitsicht ihres Schöpfers. Doch als die Weltneuheit im Januar 1964 zum ersten Mal auf der Kölner Möbelmesse präsentiert wurde, erzielte sie ganze zwei Aufträge.

Bitte beachten Sie die "feierlichen CONSETA Aktionsangebote 2014" an den pro office Standorten Braunschweig, Bremen und Hannover. 

Hatte der Westfale Friedrich Wilhelm Möller etwas falsch gemacht? Wohl kaum, nur war er mit der Idee eines ganzheitlichen Polstermöbelsystems, dessen Elemente sich vielfach kombinieren lassen, seiner Zeit weit voraus. Das „Chamäleon“ unter den Sofas, Sinnbild für seine Wandelbarkeit, beruht auf dem Baukastenprinzip.

Consedere (lat. zusammensitzen oder –setzen) ist eine Regieanweisung zum Nutzen und Gestalten gleichermaßen. Einzelne Elemente wie Hocker, Sessel oder Eckteile lassen sich zu Zwei-, Drei- oder Mehrsitzern verbinden. Immer entsteht ein ganzes System, ästhetisch und funktional. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte COR dieses Prinzip zum Bestseller. Selbst die mehr oder weniger gelungenen Plagiate belegen seinen Status als globalen Star unter den Sofas.

Damit entstand eine der erfolgreichsten Symbiosen der jüngeren Möbelgeschichte. Im 50. Lebensjahr überrascht der Designklassiker mit neuen Attributen wie flachen Armlehnen und Zwischenelementen (Tischen oder Ablagen), die an den Erstentwurf erinnern. Das Baukastenprinzip besteht unverändert, erhält jedoch mit einem als Solo- oder Eckhocker einsetzbaren niedrigen Element und einem komfortablen Schlafsofa weitere Spielsteine. Für Sofakonfigurationen, die leicht und fast schwebend wirken, dienen zierliche Metallkufen, die verchromt oder lackiert ausgeführt werden.

Der Mann, der schnelle Pferde schneller machte
Zum Möbeldesign kam Friedrich-Wilhelm Möller (1931- 1996) über das Tischlerhandwerk und Studium der Innenarchitektur. Doch erst als Handelsvertreter bei COR beschloss er, neue Möbel zu entwickeln. Dabei reizte ihn „das additive Element, das sich durch hohe Variabilität den sich ständig ändernden Ansprüchen der Menschen anpasst“. Dieser Markt wollte erschlossen werden, bedingte die radikal schlichte Gestaltung seines Entwurfes im ausgehenden Nierentischzeitalter doch neue Sichtweisen. Das Wagnis wurde belohnt; nicht zuletzt, weil Möller, stets den Skizzenblock unter dem Arm, unermüdlich an der Weiterentwicklung seines Möbels arbeitete, das nie modisch war. Es stand von Anfang an über der Zeit. 1994 schrieb der Designer an den damaligen Geschäftsführer Helmut Lübke, das Möbel sei mehr als ein Entwurf, „eine Uridee zum Sitzen auf Sofas, an der 30 Jahre immer wieder weiter gedacht, entfernt, genähert wurde.“ COR entwickelt das Prinzip CONSETA kontinuierlich weiter. Der Anspruch seines Schöpfers „schnelle Pferde schneller machen“ gilt bis heute, so zu sehen an dem aktuellen Modell „Ur-CONSETA“ von 2014.

Man könnte dieses Sofa also auch Meilenstein nennen. Seit fünfzig Jahren erobert das Polstermöbelprogramm private und öffentliche Räume, es steht in Wohnungen, Häusern, Hotels, Unternehmen, Museen und Botschaften weltweit. Rund 800.000 Einzelelemente wurden bisher produziert. Viel wichtiger aber sind seine Schönheit und Langlebigkeit, zum Teil leben heute die Kinder oder Enkel der Erstbesitzer mit Möllers Zukunftsentwurf. Oft gelangt das Möbel zurück ins Werk, um neu bezogen oder aufgepolstert zu werden. Und in der SAMMLUNG COR, einem kleinen Museum im COR und interlübke Haus, belegen Zeitzeugen verschiedener Epochen die Entwicklung vom Urmodell zum Designklassiker.

Text/Bilder: Cor Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG

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