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Kontaktinformationen:
Thonet
Michael-Thonet-Straße 1
35066  Frankenberg

Email: Telefon: +49 (0) 6451 508-0
Fax: +49 (0) 6451 508-128
Internet: http://www.thonet.de





Die Geschichte des Hauses Thonet
Mit dem Wirken des Tischlermeisters Michael Thonet (1796 bis 1871) begann die einzigartige Erfolgsgeschichte des Unternehmens Thonet. Seit dieser 1819 seine erste Werkstatt in Boppard am Rhein gründete, steht der Name Thonet für qualitativ hochwertige, innovative und elegante Möbel für den Wohnbereich und öffentliche Gebäude. Am Firmensitz und Produktionsstandort Frankenberg / Eder, Deutschland, führt heute Peter Thonet das Familienunternehmen als direkter Nachfahre von Michael Thonet. Berühmte Bugholzmöbel und Stahlrohrklassiker der Bauhaus-Zeit finden ihre Ergänzung in aktuellen Entwürfen von namhaften zeitgenössischen Architekten und Designern.

Von der Holzwerkstatt zur Industrieproduktion: Thonet-Möbel aus Bugholz
Im Werk Michael Thonets vollzog sich der Übergang von handwerklicher zu industrieller Möbelfertigung. In seiner 1819 gegründeten Werkstatt in Boppard am Rhein experimentierte Michael Thonet mit neuartigen Holzbiegetechniken. Die ersten Entwürfe aus gebogenem Schichtholz entstanden um 1830.

Bugholz01

Fürst Metternich wurde auf die Begabung Michael Thonets aufmerksam und holte ihn 1842 nach Wien. Dort war Thonet maßgeblich u.a. an der Ausstattung des Palais Lichtenstein, des Palais Schwarzenberg und des Café Daum beteiligt. Der Durchbruch zur industriellen Fertigung gelang Michael Thonet 1859 mit dem Stuhl Nr. 14, dem später so genannten „Wiener Caféhaus-Stuhl“, bei dem die neuartige Technologie des Biegens von massivem Buchenholz zum Einsatz kam. Die Arbeitsschritte waren industriell standardisiert – erstmals in der Möbelherstellung fand Arbeitsteilung statt. Überdies war der Stuhl einfach zu zerlegen und Platz sparend zu transportieren. All dies verhalf dem modernen Stuhl zu einem attraktiven Preis, und so wurde der Nr. 14 ein begehrtes Massenprodukt. Bis heute wurden rund 60 Millionen Exemplare verkauft, nicht mitgezählt die unzähligen Plagiate.

Im 19. Jahrhundert ebnete der Stuhl Nr. 14 Thonet den Weg zum Weltunternehmen. Zahlreiche Bugholz-Möbel folgten. Einige Modelle wurden ebenfalls zu Ikonen der Designgeschichte: der Schaukelstuhl Nr. 1 aus dem Jahr 1860, im späteren 19. Jahrhundert die Erfolgsmodelle Nr. 18 und Nr. 56, um 1900 dann der elegante 209 mit seinen geschwungenen Armlehnen, der Le Corbusier zum Schwärmen brachte, oder 1904 der Jugendstilsessel 247 von Otto Wagner, der so genannte „Postsparkassen-Stuhl“, um nur einige zu nennen. Den Höchststand erreichte die Thonet Produktion 1912: In diesem Jahr wurden zwei Millionen verschiedene Artikel hergestellt und weltweit verkauft.

Ein neues Material aus dem Geist der Moderne: Thonet-Möbel aus Stahlrohr Die zweite Konstante im Thonet-Programm bilden Stahlrohrmöbel. In den 1930er Jahren war das Unternehmen der weltweit größte Produzent dieser neuartigen Möbel, die von so berühmten Architekten wie Mart Stam, Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Le Corbusier, Charlotte Pérriand oder Guyot entworfen wurden. Heute gelten die frühen Stahlrohrmöbel als Meilensteine in der Designgeschichte. Ihre klare, offene und schlichte Form war Ausdruck einer neuen Haltung in Alltagskultur und Architektur, die unter dem Stichwort “Neue Sachlichkeit” bekannt wurde. Die bedeutendste „Erfindung“ der Zeit war die des Freischwingers, des hinterbeinlosen federnden Kragstuhls; er wird heute als eine der wichtigsten Design-Innovationen des 20. Jahrhunderts eingeordnet. Dem holländischen Architekten Mart Stam wurde 1932 dafür das künstlerische Urheberrecht zugesprochen. Marcel Breuer hatte am Bauhaus schon seit 1925 mit kalt gebogenem Stahlrohr experimentiert. Erst das neue Material, kalt gebogenes Stahlrohr, hatte den Effekt des frei schwingenden Stuhles möglich gemacht.
Die Werkbund-Ausstellung „Die Wohnung“ in der Weißenhof-Siedlung in Stuttgart 1927 bildete eine wichtige Station in dieser Entwicklung: Hier wurden Stahlrohrmöbel, u.a. von den Bauhaus-Lehrern Mart Stam und Mies van der Rohe, erstmals in größerem Umfang der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung wurde international viel beachtet und diskutiert. Allerdings wurden die neuen Möbel aus Stahlrohr von der Allgemeinheit zunächst eher kritisch beurteilt. Das Stahlrohrkonzept erhielt schließlich mit dem Engagement von Thonet eine völlig neue Dimension und Verbreitung. Als Erfinder des leichten und preiswerten Bugholzmöbels für alle war das Unternehmen nicht nur bei einem breiten Publikum bekannt und auch von Avantgardisten wie Adolf Loos oder Le Corbusier geschätzt, sondern auch bereits im aufkommenden sozialen Wohnungsbau engagiert. Thonet eignete sich Ende der 20er Jahre die völlig neue Produktionstechnik an. Produziert wurden die Stahlrohrmöbel im Werk Frankenberg / Eder; der Firmensitz war vor Ausbruch des 2. Weltkriegs noch Wien. Heute sind zahlreiche klassische Erfolgsmodelle im Programm, darunter der erste Freischwinger S 33, für dessen Form und Grundprinzip Mart Stam das künstlerische Urheberrecht zugesprochen bekam, sowie die Modelle S 32 und S 64 von Marcel Breuer und der S 533 von Ludwig Mies van der Rohe.

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